Game Of Libraries - Grundlegendes über Bibliotheken und die Mitarbeiter - Veras Literaturtraum

Donnerstag, 25. April 2019

Game Of Libraries - Grundlegendes über Bibliotheken und die Mitarbeiter




Hallo ihr lieben!


Wie schon von Rika in diesem Beitrag angekündigt, starten wir eine Bibliotheksreihe rund um unseren Alltag und Grundlegendes. Über mein Hauptmenü gelangt ihr direkt zum Reiter "Game Of Libraries", wo ihr eine chonologisch geordnete Übersicht mit allen Beiträgen von mir und Rika findet.
Bevor ich mit den grundlegenden Infos beginne, eines vorab: Für Ideen, Fragen und Anregungen sind wir jederzeit offen, egal ob per Mail, in den Kommentaren oder via Instagram.


Was ist eine WB - oder eine ÖB? 😯

WB steht für wissenschaftliche Bibliothek. Zu den wissenschaftlichen Bibliotheken gehören Landesbibliotheken, Unibibliotheken, Staatsbibliotheken usw. WBs werden meistens vom Land oder Staat finanziert, haben hauptsächlich Fachliteratur und keine Belletristik und sind für den erweiterten Informationsbedarf der Bevölkerung zuständig. Also, wenn ihr, wie bei mir in der Landesbibliothek, nach dem neuesten Roman von Bianca Iosivoni fragt, wird man euch nur schräg angucken und freundlich auf die Stadtbibliothek hinweisen. Wir haben exakt zwei Regale Belletristik, und dazu gehören hauptsächlich Bronte, Austen, Shakespeare und Harry Potter auf Platt. Wissenschaftliche Bibliotheken werden meistens von Forschern, Studenten, Schülern und wissenschaftlich Interessierten genutzt. Vor allem in Unibibliotheken kann man sich übrigens darauf verlassen, dass viele Bücher aufgrund der Studenten nicht an ihrem Platz stehen, da diese sich gegenseitig bekriegen. Sowohl in Staats- als auch der Landesbibliothek ist neben der Deutschen Nationalbibliothek (die alle Publikationen aus und über Deutschland zweifach als Pflichtexemplar für ihre Standorte in Leipzig und Frankfurt erhält) ein Pflichtexemplar fällig; im Falle einer Staatsbibliothek sind dies Publikationen (=Veröffentlichungen) die z. B. in und über Niedersachsen erschienen sind. Im Falle meiner Landesbibliothek sammeln wir, auch wenn wir KEINE bis wenige Belletristik zu kaufen pflegen, sämtliche Ostfriesenkrimis von Klaus-Peter-Wolf, weil wir Regionale Publikationen sammeln. Außerdem sind die meisten Staats- und Landesbibliotheken, gelegentlich auch Unibibliotheken, teilweise Magazinbibliotheken, wie bei mir in der Landesbibliothek. Das bedeutet, dass etwa 97% unseres gesamten Bestandes (=Bücher) entweder im Tresor sind, weil sie unbezahlbaren Wert haben, oder in einem von unseren Magazinen (siehe Foto) stehen. Um sie auszuleihen, müssen Nutzer sie über unseren Onlinekatalog bestellen, damit sie vorne an die Ausleihe gebracht werden.



Rika arbeitet in einer ÖB, einer öffentlichen Bibliothek. Jeder von euch wird diese kennen. Dazu gehören Stadtbibliotheken, Gemeindebibliotheken usw. Sie sind dafür zuständig, die Bevölkerung mit Grundinformationen zu versorgen und haben besonders viel Einfluss auf das Lesen lernen, wie z.B. mit Bilderbuchkinos, Schulbesuchen oder Lesungen. ÖBs werden von der Stadt, der Kommune oder der Gemeinde finanziert und haben hauptsächlich Belletristik, aber auch Sachbücher und vor allem meine geliebten Kinder- und Jugendbücher. Im Laufe der Zeit lassen sich aber mittlerweile auch Games, Konsolen, Roboter, CD/DVDs, 3D-Drucker ("Maker-Space") und vieles mehr entdecken.

Eines noch nebenbei: Wenn ihr einer Bibliothek Bücher schenken wollt, achtet bitte darauf, ob die Bib eine WB oder ÖB ist. Eine WB wie die Landesbibliothek kann z.B. mit einem Geschenk wie dem neuesten Roman von J.K. Rowling leider nicht viel anfangen, sondern eher die Stadtbibliothek, aber letztere nicht mit Büchern aus der Belletristik, die vor mehr als 3 Jahren erschienen sind oder sich in einem schlechten Zustand befinden.


Wer arbeitet in einer Bibliothek?

 

Nein, in der Bib arbeiten nicht nur Bibliothekare, wie es jeder annimmt!
Zuerst etwas zum Thema FaMI, neben den Bibliothekaren die einzige Berufsgruppe in der Bib. Rika und ich machen die Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste mit dem Schwerpunkt Bibliothek. Dies ist eine 3-jährige, duale Ausbildung, für die man einen guten Realschulabschluss benötigt. Es gibt mehrere Möglichkeiten in und um Niedersachsen, wie der Alltag ist. Man kann z. B. wenn man in Hannover zur Schule geht, vier Wochen hintereinander Schule haben und vier Wochen hintereinander arbeiten. Wenn man, wie in meinem Fall, zur Schule in Bremen geht, hat man zweimal wöchentlich Schule und arbeitet drei Tage lang.
Als FaMI berät man Kunden und leiht Bücher aus, arbeitet im Magazindienst oder in der Medienbearbeitung, wo die Bücher und alles andere eingearbeitet werden. FaMIs sind im Prinzip die Assistenten der Bibliothekare.

Bibliothekar im gehobenen Dienst kann man über ein Studium mit dem Bachelor (6-7 Semester) werden. Möchte man in den höchsten Dienst, den erhöhten Dienst, muss man einen Master (Bachlor + 3-4 Semester neben Referendariat) machen. Bibliothekare kaufen zumeist den Bestand ein, haben des öfteren Leitungspositionen (besonders diejenigen im erhöhten Dienst), geben Auskunft im Lesesaal und kümmern sich um die Einarbeitung von Zeitungen und Zeitschriften, geben Führungen, digitalisieren alte Bestände, geben Schulungen und vieles mehr.

In Unibibliotheken gibt es meist noch die studentischen Hilfskräfte, die z. B. an der Ausleihe aushelfen, da Unibibs meist sehr lange (z.B. 8 - 24 Uhr) geöffnet haben, damit die FaMIs und Bibliothekare nicht so viele Überstunden machen müssen.


Zum Ende hin ein kleiner Buchtipp: Wer gerne historisches mag und mehr über den Bibliotheksalltag erfahren möchte, sollte unbedingt mal "Animant Crumbs Staubchronik" lesen!

Und - was hat euch überrascht? Wusstet ihr schon etwas?

Bald geht es weiter mit der Reihe - der nächste Beitrag handelt von unserem Bibliotheksalltag!

Kommentare:

  1. Hey,
    vielen Dank für den sehr interessanten Einblick. :)

    Hab ein tolles Wochenende!

    Ganz lieben Gruß
    Steffi

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    1. Hey,
      vielen Dank! Genieß den restlichen Sonntag!
      Liebe Grüße
      Vera

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  2. Liebe Vera,

    vielen Dank für den tollen Einblick. Ich habe tatsächlich "Animant Crumbs Staubchronik" auch noch auf meiner kilometerlanden Leseliste stehen. Mal sehen vielleicht komme ich ja schon bald dazu es auch zu lesen.

    Liebe Grüße
    Bella

    #litnetzwerk

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    1. Danke für das Kompliment! Das Buch solltest du wirklich irgendwann mal lesen, ich bin gespannt auf deine Meinung!

      Liebe Grüße
      Vera

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  3. Hallo Vera,

    vielen Dank für diesen Einblick! So ein bisschen was wusste ich zwar schon über den Unterschied zwischen WBs und ÖBs und darüber, wer in Bibliotheken arbeitet, aber eben nur ein bisschen. Daher fand ich deinen Post sehr interessant.

    Liebe Grüße
    Sarah

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  4. Hallo Vera,

    ein sehr cooler Beitrag den du da geschrieben hast und tatsächlich kenne ich mich nach einem Jahr mit allem sehr gut aus. Ich bin seit September 2018 Bundesfreiwillige in der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig und kümmere mich da hauptsächlich um die Öffentlichkeitsarbeit, aber darf auch in unsere Magazine und die Lesesäle erkunden.
    Alles Liebe
    Julia
    #litnetzwerk

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    1. Hallo Julia!

      Wow, das ist ja toll, Gleichgesinnte zu haben!
      In die Öffentlichkeitsarbeit komme ich erst in ca. nem halben Jahr, aber ich freue mich schln riesig drauf.
      Übrigens wollte ich wahrscheinlich auch vielleicht nächstes Jahr mal in der DNB in Leipzig während der Buchmesse vorbeischauen. Allerdings ist vielleicht ja bis dahin dein BFD vorbei...

      Liebe Grüße
      Vera

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  5. Ein sehr interessanter und informativer Beitrag, bei dem ich viel neues gelernt habe.
    Alles Liebe
    Nadine

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  6. Hallo Vera,

    ein sehr spannender Beitrag.

    Viele Grüße
    Chrissi
    #litnetzwerk

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  7. Hey Vera,
    erst einmal hat mich überrascht, dass ich schon mal hier war :-). Als Du erzählt hast, wie Deine Ausbildung heißt, kam mir das sehr bekannt vor :-).

    Ist es Dir manchmal nicht zu langweilig in einer wissenschaftlichen Bibliothek zu arbeiten? Schließlich gibt es da ja viele verschiedene Fachbereiche und nicht alle davon sind interessant ;).

    Ich hätte nicht gedacht, dass man um Bibliothekar zu werden, so lange studieren muss und das Bibliothekare auch Beamten sind. (Du schreibst von "gehobenem Dienst" das kenne ich z.B. in Zusammenhang mit Beamten).

    viele Grüße und viel Spaß beim Litnetzwerken,

    Emma

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    1. Hallo Emma!

      Ich arbeite in einer mittelgroßen Landesbibliothek. Bei uns ist zwar der Freihand nach Fächern sortiert, aber dennoch gibt es nicht so wie in Unibibliotheken separate Bereiche.
      Bibliothekare sind nach einer Bewährungsfrist von ca. 2 Jahren erst offiziell welche. Aber ja, der Bibliothekar ist direkt verbeamtet. Wir FaMIs können aber auch verbeamtet werden, das kommt ganz drauf an, wo man arbeitet. In einer ÖB ist das eher unüblich, bei uns in der WB üblich, da man da vom Land eingestellt wird.

      Liebe Grüße
      Vera

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